Das heutige „Heute“

Heute und Österreich querlesen, das ist etwas für das Fahren mit den Öffis.

Mehr Ballbesitz bedeutet besseren Tabellenplatz

In der Heute-Ausgabe vom 25.6. stehen die Ballbesitz-Zahlen pro Verein in der abgelaufenen Saison. Eigentlich ist der Artikel eine kleine Korrektur für den Sager von Rapid-Präsident Michael Krammer, dass „Zoki Rapid zu einem Ballbesitz-Monster gemacht hätte“. Rapid steht in diesem Ballbesitz-Ranking an zweiter Stelle, also ganz ähnlich wie in der Tabelle, und es stellt sich die Frage, welcher Zusammenhang zwischen Ballbesitz und Platzierung besteht.

Die folgende Tabelle reiht die Vereine nach ihrer Platzierung:

RB 1 52,9
Rapid 2 50,5
Altach 3 44,6
Sturm 4 50,0
Wolfsberg 5 46,9
Ried 6 46,8
Austria 7 48,9
Grödig 8 47,3
Admira 9 44,6
WrNeustadt 10 45,4

Wenn man diese Zahlen in einem Diagramm aufträgt und eine Trendlinie einzeichnet, ergibt sich folgendes Bild:
Mehr Ballbesitz bedeutet bessere Platzierung, aber nicht immer

Der Trend ist eindeutig, die Ausreißer auch. Grundsätzlich bedeutet daher mehr Ballbesitz auch einen besseren Platz in der Tabelle, das sagt der Trend. Vereine oberhalb der Trendlinie sind daher besser einzuschätzen, Vereine darunter schlechter. Ginge es also nur nach dem Ballbesitz würden sich RedBull und Austria verbessern und Altach wäre ein Abstiegskandidat. 

Eine Trainingsstunde bei BM besser als eine Saison bei RBS

Frankie Schinkels analysiert, dass durch die vielen österreichischen Kicker im Ausland die österreichische Nationalmannschaft gestärkt wird aber dadurch gleichzeitig das Niveau der Liga sinkt. Gleichzeitig ergeben sich aber durch die Abgänge Chancen für die Absolventen der Akademien.  Diese saubere Analyse des österreichischen Fußballs wird enthält aber folgenden Satz:

„Allein eine Trainingsstunde bei Bayern bringt Alaba mehr als Hinteregger eine ganze Saison bei Meister Salzburg.“

Diese Behauptung ist nun aber ein bisschen von der Sorte „übertrieben“. Vielleicht meint Frenkie das Geld, das Alaba bei Bayern pro Stunde verdient, denn das Sportliche kann da nicht gemeint sein. Immerhin spielen beide in derselben (National-)Mannschaft und die Noten, die die Presse einem Martin Hinteregger etwa nach dem Russland-Spiel gegeben hat, waren ausnahmslos „überragend“. Ich sehe daher nur den Unterschied im verdienten Geld, nicht aber den der Qualität der Einzelspieler. 

Wahrscheinlich unterliegen wir alle angesichts der gehandelten Zahlen über Spielergagen dem Irrglauben, dass ein Spieler, der ein Vielfaches eines anderen verdient, auch das Vielfache zu leisten imstande ist. Spieler erhalten das Geld nur, weil es da ist, weil Vereine es zustande bringen. diese gigantischen Summen auf die Beine zu stellen und die Begehrlichkeit, gemeinsam mit einem Verein ganz oben zu stehen, die Sponsoren und Fernsehanstalten zu solchen Zahlungen verleitet, gewürzt durch uns, die Zuschauer, die das alles sehen wollen und ungehemmt in den UEFA-Topf einzahlen.

Es bedarf vieler glücklicher Umstände, die einen Spieler in den Blickpunkt des Interesses großer Vereine rückt. Und dieses Glück haben nur wenige, das Können dazu aber viele, auch ein Martin Hinteregger oder ein Philipp Schobesberger.


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